2014 Provence

Es ist der 3. Oktober 2014 und wir wollen uns heute Abend auf unsere Reise in die Provence begeben. Ich habe den Tag mit Haus putzen und Womo packen verbracht. Als Andreas von der Arbeit nach Hause kommt, heisst es noch bei Muetti Tschüss sagen und los geht’s. Wir fahren bis nach Neuenkirch um im Autobahnrestaurant etwas zu Essen. Unser Motto lautet: Der Weg ist das Ziel! Wir wollen uns einfach treiben lassen und uns täglich auf den Tag einlassen, gerade so wie es kommt. Wir fahren bis nach Yverdon und übernachten das erste Mal.

Heutiges Ziel ist Aix les Bains. Wir fahren direkt auf den Camping du Sierroz. Nach einem nebligen Morgen ist der Himmel nun wolkenlos. Wir machen unsere Velos parat und erkunden die Umgebung. In Aix les Bains finden wir ein Thermalbad, das wir morgen besuchen wollen.

Nach ein paar Qi Gong Übungen und einem genüsslichen Frühstück an der Sonne, fahren wir zur Therme und lassen uns im Wasser verwöhnen. Am Nachmittag fahren wir dann los. Die Reise über den Pass Col de la Croix Haute ist wunderschön. Zwischendurch fallen ein paar Regentropfen, dafür sehen wir einen schönen Regenbogen. In Sisteron ist sehr viel los, der Stellplatz ist voll belegt und der Campingplatz bereits geschlossen. Doch vor dem Campingplatz hat es genügend Platz, so dass wir dort parkieren. Es ist ziemlich kühl draussen.

Nach einer ruhigen Nacht stehen wir morgens erholt auf und merken, dass wir im dicken Nebel stehen und es auch nur noch 10°C ist. Da wir heute zur Zitadelle von Sisteron wollen, fahren wir mit dem Womo nach Sisteron, wo wir beim Bahnhof einen geeigneten Parkplatz finden. Die Zitadelle ist trotz Nebel beeindruckend, später lichtet er sich und wir können auch die Umgebung sehen, wirklich interessant. Auch der Herbst hat eben seinen Reiz. Später füllen wir noch unseren Kühlschrank auf, damit wir uns auch wieder etwas kochen können. Beeindruckend ist die Fahrt zum Gran Canion du Verdon. Mehrmals heisst es anhalten, fotografieren und die Aussicht geniessen. Auch von einem Schwarm Bartgeier sind wir begeistert. Auf dem Camping La Source in Salles sur Verdon finden wir einen Campingplatz der uns passt. Wir wollen hier ein paar Tage bleiben, denn es gibt hier einiges zu sehen.

Es ist der 7. Oktober und wir verbringen den Tag mit Spazieren, Lesen, am PC und später fahren wir mit den Velos zum Gorges du Verdon, wo wir mit Pedalos in die Schlucht paddeln.

Mit unseren Velos kann man immer wunderbar die Gegend erkunden, so fahren wir heute auf den Col d’Illoire, das sind doch 9 km bergauf und ca. 475 Höhenmeter. Oben angekommen geniessen wir die Aussicht, fahren aber doch relativ bald wieder runter, da der Wind sehr auffrischt. Unterwegs gönnen wir uns etwas zu essen, was nach einer Velotour doppelt schmeckt.

Morgens aufstehen und es scheint Sonne ist eine wahre Freude. Heute packen wir zusammen und fahren auf der anderen Seite der Schlucht du Verdon bergauf. Auch da müssen wir mehrmals anhalten und die Aussicht geniessen.

Einen Stellplatz zu finden ist jedoch schwierig, so dass wir uns entscheiden, nach Le Beausset zu fahren. Pia und Mortiz Inderbitzin wohnen dort in der Bastide de Beausset-Vieux, ein Anwesen, welches auch Gästezimmer hat. Wir haben sie schon lange nicht mehr gesehen und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Die nächsten Tage verbringen wir mit Pia und Moritz, die uns zum Markt mitnehmen, uns die schöne Gegend und Marseille zeigen, mit uns schlemmen und geniessen und uns einfach verwöhnen. Danke es war schön bei euch.

Es ist der 12. Oktober und wir wollen weiter reisen. Unser Ziel ist die Camargue. wir fahren zuerst nach Mejanes wo wir Pferde, Flamingos und schwarze Stiere sehen kann. Dem war leider nicht so. Die Hochsaison ist vorbei und es sind nur wenig Leute hier. Wir marschieren durch das Gebiet und sehen nur gerade Kühe, 2 Wildschweine und ganz weit weg noch Flamingos. Der Wind weht sehr stark. Herbst und Wind ein typisches Gespann. Wir fahren noch weiter nach St. Marie de la Mer  auf den Parking Plage Est. Der Wind ist hier noch stärker. Wir spüren die Sandkörner auf der Haut. Wir ziehen unsere Regenjacken an und machen einen Spaziergang am Quai entlang zum Dörfchen. Den Abend verbringen wir wegen des Windes im Womo.

Der Wind weht immer noch, aber die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Wir marschieren durch das Naturreservoir. Eigentlich sollte da mal ein Leuchtturm kommen, nach ca. 6km die Tafel, nochmals 7 km. Das ist definitiv zu viel. Wir müssen ja auch wieder zurück. Lieber gehen wir später nochmal ins Dorf und auf’s Kirchendach, von wo man einen tollen Ausblick hat. Andreas hat mir auf dem Handy den Promobil Stellplatzführer heruntergeladen, den ich nun nutzen kann. Ich finden den Platz Les Poissons d’Argent in Aigues Mortes- Ein Platz mit 80 Stellplätzen von denen nur wenige belegt sind.

Heute heisst es zuerst einmal fischen und Tagebuch schreiben. Später noch Womo putzen, Andreas aussen, denn es ist voller Salz vom Meer und ich innen, denn es ist voller Sand. Der Wind wehte den Sand in alle Ritzen. Später fahren wir mit den Velos in die Altstadt, die sich umgeben von einer Stadtmauer befindet. Ausserhalb sehen wir noch die Salzsaline, die wir uns dann morgen ansehen wollen. Denn zur Zeit gibt es gerade keine Besichtigung. Wir radeln noch weiter nach Le Grau du Roi ein kleiner Fischerort, wo wir einem älteren Herrn beim Fischen zusehen. Und siehe da, er fängt einen grossen Fisch. Andreas muss ihm mit dem Netz helfen, ohne Hilfe würde er es kaum schaffen. Zurück beim Womo geht auch Andreas fischen.

Es ist der 15. Oktober und heute steht als erstes die Salinenbesichtigung mit Führung auf dem Programm. Da wir später noch weiter wollen, fahren wir mit dem Womo zur Saline. Die Führung dauert ca. 1 1/2 Stunde und ist interessant, auch wenn wir nicht alles verstehen.
Um 12:00 Uhr fahren wir mit dem Womo weiter. Das Wetter ist so schön, dass wir nicht so weit fahren wollen. In Cap Couronne Carro fahren wir auf den wunderschönen Stellplatz Parking du Port mit direkter Sicht auf’s Meer. Einfach herrlich. Kochen, Essen und dann Bewegung, wir gehen dem Meer entlang und ums Dorf und kaufen das Nötige ein. Andreas findet sogar einen Coiffeur, den er direkt ansteuert. Für 15 Euro lässt er sich die Haare schneiden.
Abends geniessen wir die Aussicht und den Sonnenuntergang, auch wenn es etwas kühl ist.

Wiederum ein schöner Morgen. Heute muss ich zuerst einige Kleider waschen und damit sie noch etwas trocknen können, haben wir keine Eile weg zu kommen. Wir laufen wieder dem Meer entlang einfach in die andere Richtung zum Leuchtturm. Zurück beim Womo ist die Wäsche nur noch leicht feucht und so hänge ich sie noch im Womo auf, damit wir weiterfahren können. Unser Ziel Ramatuelle. Durch Marseille hat es viel Verkehr, aber Andreas schafft das bravourös. Um 16:00 Uhr kommen wir auf dem Stellplatz Camping-car Bonne Terrasse. Ein wunderschöner Platz mit Schilf umgeben, für 5 Euro pro Nacht. Er liegt nicht direkt am Meer, aber sonst ist er so idyllisch gelegen, dass noch viele andere Wohnmobilisten den Platz nutzen. Wir haben mit verschiedenen Leuten gesprochen und viele verbringen sogar die Ferien auf dem Platz, obwohl es eigentlich so gut wie keine sanitären Anlagen hat. Heute gehen wir sogar noch baden und abends ist es angenehm warm.

In der Nacht hat es zeitweise geregnet. Aber jetzt scheint wieder die Sonne. Wir beginnen draussen mit dem Frühstück, bis uns eine Fliegeninvasion plagt. Heute wollen wir noch nach St. Tropez, dafür nehmen wir unsere Velos. Es sind ca. 13 km über einige Hügel. Wunderschön. Wow, kleiner Hafen, grosse Boote. Grösser wie ein Einfamilienhaus. Auch die Aussicht von der Citadelle lohnt sich. Die Temperaturen sind so angenehm, dass wir beim Stellplatz noch Baden gehen. Um Salz und Sand wieder abzuspülen, nutzen wir die kalte Dusche auf dem Stellplatz. Warmes Wasser ist leider keines vorhanden.

Dank unseren Velos lässt sich die Umgebung hervorragend erkunden. Wir radeln zum Cap Camarat zum Leuchtturm, sind dann aber etwas enttäuscht. Dann fahren wir zum Spar und kaufen ein. Hier kaufen wohl vorwiegend Touristen ein, denn es ist viel teurer. Zurück beim Womo machen wir einen langen Spaziergang dem Strand entlang und beobachten die Jachten, später gehen wir noch schwimmen. Nun sind wir wieder fit um weiter zu fahren. Ziel, Villeneuve Loubet auf den Camping Platz La vieille ferme. Die Fahrt entlang der Küste der Côte d’Azur ist sehr wunderschön.

Es ist der 19. Oktober und wieder lacht die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Wir geniessen es noch draussen frühstücken zu können. Danach nehmen wir wieder unsere Velos und radeln, nach Antibes zum Markt provençale, der mir sehr gut gefällt. Dann radeln wir weiter nach Nizza. Wir können fast die ganze Strecke auf einem Velostreifen fahren. Neben der Strasse hat es einen breiten Gehweg und einen zweispurigen Veloweg, so stört man sich kaum an den Autos, die ja auch noch unterwegs sind.

Wir müssen langsam wieder an den nach Hause Weg denken. Irgendwann sind die Ferien eben wieder vorbei. Wir fahren über die Alpines Hautes de Provence, die uns den goldigen Herbst von seiner schönsten Seite zeigt. Abends um 17:30 Uhr kommen wir auf dem Stellplatz oder besser gesagt Parkplatz in Briançon an. Da wir weder Strom noch Wasser brauchen, nutzen wir einfach einen gewöhnlichen Parkplatz. Wir laufen in den Ort und finden kleine Restaurant und schöne kleine Läden vor, auch die Festung ist interessant. Es ist bereits 20:00 Uhr und dunkel, als wir zurück beim Womo sind.

Draussen ist es nur noch 7°C und im Womo 11°C. Zum Glück haben wir genug Gas dabei, so dass wir heizen und Warmwasser zum Duschen aufheizen können. Ich geniesse die warme Dusche. Nach dem Frühstück fahren wir weiter über den Col de Montgenèvre nach Italien und dann durch den 12,5 km langen Frejus-Tunnel, der sage uns schreibe 57 Euro kostet. Nächster Stopp ist Chamonix, wo wir unseren Hunger stillen und ein paar Besorgungen machen. Die Bewegung tut gut, auch wenn es kalt ist und es langsam beginnt zu regnen. Wir wollen aber heute noch bis in die Schweiz fahren, darum reisen wir weiter über den Col de Montets und über den Col de la Forclaz und kommen schlussendlich gut in Martigny an.

Die Nacht war windig, das Womo wurde buchstäblich durchgeschüttelt. Es hat sogar geschneit. Mit den Sommerpneus könnten wir nicht mehr über die Pässe fahren, die wir gestern gemeistert haben. Es ist sehr kalt und so gehen wir noch ins nahegelegene Einkaufszentrum und am Nachmittag fahren wir nach Bern. Es findet gerade die Caravan Ausstellung statt, die wir nutzen wollen. Im nahegelegenen Gelände hat es sogar Stellplätze. Am späten Nachmittag gesellt sich dann auch noch unsere Tochter Caroline dazu.

Bevor wir endgültig nach Hause fahren, besuchen wir die Ausstellung. Es war wiederum eine wunderschöne, erholsame Zeit.