2011 Schweden / Norwegen

Endlich ist es soweit. Lange haben wir auf diese grosse Reise in den Norden gewartet. Andreas grosser Wunsch einmal nach Skandinavien zu reisen geht in Erfüllung. Wir haben viel gelesen und gegoogelt, bis wir mit der Planung durch waren.

Heute Freitag den 12. August um 12.00 Uhr fahren wir los. Am Samstag gegen Mittag erreichen wir unser erstes Ziel Travemünde. Mit Marschieren, Essen und Hafen besichtigen verbringen wir die Zeit bevor wir am Sonntag morgens um 8.00 Uhr einschiffen. Trelleborg erreichen wir abends um 17.30 Uhr. Wir fahren noch bis nach Sölvesborg auf den Hällevik Camping.

Nach einem morgigen Spaziergang fahren wir weiter nach Kalmar und über die 6km lange Brücke auf die Insel Öland. In Borgholm finden wir den Campingplatz Kapelludden, den wir für unsere Ausflüge mit dem Velo ideal finden. Das Wetter ist ziemlich durchzogen. Mal scheint die Sonne, mal regnet es. Die Insel gefällt uns sehr, auch das Wetter zeigt sich am folgenden Tag von seiner besten Seite. Wir haben noch viel vor, darum erkunden wir heute den Norden der Insel.  Später fahren wir von der Insel weg Richtung Norden bis nach Norsholm wo wir auf dem Stellplatz direkt am Göta Kanal übernachten.

Es ist Mittwoch der 17. August und heute wollen wir so bald wie möglich Stockholm erreichen. Wir stellen unser Womo auf den Stellplatz Langholmen, direkt unter der Västerbron Brücke ab. Es ist ein idealer Platz, da wir von hier aus zu Fuss in die Stadt laufen können. In Stockholm gibt es viel zu sehen und darum bleiben wir bis am Freitag Mittag, dann geht die Fahrt weiter nach Akersberga. Dort besuchen wir Anna und Philipp.

20. August und unsere Reise geht weiter nach Falun auf den Campingplatz. Zu Fuss besichtigen wir die Kupfergrube bei Nieselregen und das dazugehörige Museum.

Nur eine Nacht in Falun und schon geht es wieder weiter. Das Wetter ist so la lala, so macht es uns nichts aus, zu reisen. Wir fahren Richtung Norden und auf dem Stellplatz Ullanger geniessen wir sogar die Sonne.

Trotz Bewölkung wollen wir heute eine Wanderung machen. Wir fahren zum Skulenskogens Nationalpark. Es ist wunderschön im Park und auf einem Hügel lässt sich eine tolle Aussicht auf die Küste und das Meer nur erahnen. Es hat bereits wieder begonnen zu regnen, trotzdem ist die Landschaft für uns einmalig. Wir fahren noch weiter nach Byske Harsbad auf den Campingplatz. Da wir noch länger unterwegs sein werden, bietet sich hier die Gelegenheit die Wäsche in einer Waschmaschine zu waschen.  Wir geniessen einen Tag mit lesen, schreiben und spazieren.

Endlich bereits morgens scheint die Sonne. Wir machen eine Velotour und merken, dass wir noch nicht wirklich Skandinavien tauglich sind. Wir haben weder etwas zu trinken noch zu essen mitgenommen. In der nächsten Ortschaft, nach ca. 50 km finden wir nichts vor, weder Restaurant noch einen Laden. Der nächste Laden sei in Byske, von wo wir gekommen sind, also heisst es mit leerem Magen zurück fahren. Wir nehmen diesmal aber den direkten Weg auf der Hauptstrasse, oder ist es doch die Autobahn? Auf jeden Fall steuern wir direkt den Supermarkt an, kaufen ein und kochen uns was feines.

Heute ist Donnerstag der 25. August und wir sind beinahe 2 Wochen unterwegs. Unser heutiges Tagesziel ist Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens. Wir fahren so gut es geht der Küste entlang nach Gammelstad, wo wir die Kirchstadt besichtigen. Wie weiter wir nördlich kommen, desto interessanter wird die Gegend. Kurz vor dem Polarkreis begegnen uns auch die ersten Rentiere, wir haben das schwedische Lappland erreicht. Abends kommen wir mit vielen Eindrücken in Kiruna auf dem Campingplatz an.

Wir stehen früh auf, denn wir wollen den Kirunavaara (was Schneehuhn bedeutet) besichtigen. Das Bergwerk ist sehr eindrücklich und eine Besichtigung sehr empfehlenswert. Am Nachmittag fahren wir noch weiter Richtung Abisko. Auf einem Rastplatz neben der wenig befahrenen Strasse, finden wir unseren Übernachtungsplatz.

Nach dem Frühstück fahren wir zum Abisko Nationalpark, denn heute wollen wir etwas wandern. Auch das Wetter macht mit. Der Kunsleden (Königspfad) ist wohl der bekannteste Fernwanderweg und verläuft über mehr als 400 km. Später fahren wir weiter und verlassen Schweden. In Tromsö Norwegen machen wir den nächsten Halt.

Es regnet ziemlich stark, doch bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. So trotzen wir und gehen zu Fuss in die Stadt. Später fahren wir weiter nach Harstad, wo wir am Hafen übernachten. Unterwegs dann, endlich, wir sehen den ersten Elch, er ist riesig.

Wiederum ein trister Tag. Es hat die ganze Nacht geregnet und ziemlich heftig. Wir fahren durch die vielen Inseln Vesteralen nach Andenes. Von Refnes nach Flesnes benutzen wir sogar die Fähre. Übernachten können wir etwas abseits an einer wenig befahrenen Strasse.

Es ist noch immer bewölkt. Zuerst besorge ich mir eine Regenhose und danach gehen wir zum Walcentrum, um an einer Walsafari teilzunehmen. Und diese hat sich trotz Seekrankheit definitiv gelohnt. Wir sehen mehrmals einen Wal auf- und abtauchen, wir sind überwältigt. Nach der Safari fahren wir weiter nach Melbu und von da bringt uns die Fähre nach Fiskeboll. Mit dem Womo geht es noch bis nach Svolvaer wo es uns sehr gut gefällt. Wir parken auf einem Stellplatz und sind von der Landschaft wiederum sehr begeistert. Ein Hurtigrutenschiff fährt sehr nah am Stellplatz mit Gehupe vorbei, der Wahnsinn.

Das Wetter hat sich wieder erholt und wir erkunden nun die Lofoten. Ein wahrer Traum. Es ist wunderschön und landschaftlich einmalig. Wir reisen über Storvagan nach Henningsvaer, Borge, Eggum, Leknes bis nach Ballstad.

Heute ist Donnerstag der erste September und die Fahrt geht weiter auf die Insel Moskenesoya. Zuerst machen wir noch einen Abstecher zum kleinen Fischerdorf Nusfjord, was sehr abgelegen liegt, aber seinen Reiz hat. In Moskenes stellen wir unser Womo in die Wartelinie für die Fähre. Es ist erst kurz nach dem Mittag und obwohl die Fähre erst abends um 21.00 Uhr fährt, lassen wir es da stehen. Wir wollen unbedingt heute noch nach Bodo. Wir nutzen die Zeit und machen eine Wanderung. Die Fähre fährt pünktlich los und wir kommen pünktlich um 1.00 Uhr an. Wir bekamen den Tipp nicht in Bodo zu übernachten und so fahren wir noch bis nach Straumen und sind froh einen geeigneten Parkplatz unter der Brücke gefunden zu haben.

Dicker  Nebel, doch zum Glück nur von kurzer Dauer, dann lacht die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Wir stehen in der Nähe des Saltstraumen, eines der erstaunlichsten Naturphänomene an der Norwegischen Küste. Durch die Gezeiten wird das Wasser im Fjord gestaut und an der Engstelle schiessen dann die Wassermassen in einem hohen Tempo wieder ins offene Meer. Die Reise geht weiter. Auf der Raststätte am Holandsfjord machen wir eine Mittagspause und sehen direkt auf den Svartisengletscher. Die Küstenstrasse Nr. 17 ist gut befahrbar und die Landschaft einfach wunderschön. Kurz vor Stokkvagen fahren wir auf einen Rastplatz, wo wir nächtigen werden. Wir haben direkte Sicht aufs Meer. Wir kommen etwas spät an und haben Hunger. Da es nach einem perfekten Sonnenuntergang aussieht, mache ich uns eine Tomatensuppe, die wir dann auf einen nahegelegenen Felsen mitnehmen. Nun geniessen wir die Suppe, sowie den einmaligen Sonnenuntergang. Das Licht ist anders, als wir dies vom Süden gewohnt sind.

Morgens um 0.30 Uhr werden wir von norwegischen Nachbarn geweckt, und als wir aus dem Fenster schauen, sehen wir das Polarlicht. Wir können es kaum fassen, so etwas einmaliges hätten wir doch beinahe verschlafen. Heute noch geht es wieder weiter in Mo j Rama verlassen wir die Küstenstrasse Nr. 17 und fahren auf die E6. Auf dem Campingplatz am Snasavatnet See in der Nähe von Steinkjer. Jetzt spüren wir auch, dass wir Richtung Süden fahren. Die Temperaturen sind doch einige Grade wärmer.

Nach einem ausgiebigen Marsch und noch etwas Fischen, brechen wir unsere Zelte ab und fahren nach Trondheim, wo wir die Stadt besichtigen. Später fahren wir noch Richtung Grakallen, wo wir gut nächtigen können.

Als erstes machen wir heute eine Wanderung. Leider haben wir den richtigen Einstieg verpasst, schön war es aber trotzdem. Mit dem Womo geht es weiter nach Molde, wo wir für eine Nacht am Bootshafen bleiben werden.

Heute nehmen wir die Fähre nach Furneset. Das Wetter ist perfekt, auch wenn es die letzte Nacht heftig geregnet hat. Heutiges Ziel ist Gejranger. In Hellesylt haben wir noch Zeit, so dass Andreas sein Anglerglück versucht und ich etwas spazieren gehe und noch etwas lese. Dann müssen wir auf die Fähre. Der Gejrangerfjord ist eine der Sehenswürdigkeiten Norwegens und auch für uns eindrücklich, obwohl er uns sehr an den Urnersee erinnert. Im Dorf Gejranger gehen wir auf den Campingplatz und geniessen die Zeit.

Heute wollen wir den Fjord von oben betrachten, so wandern wir zu einem Aussichtspunkt in Losta ca. 500 m ü M. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn bereits wieder die ersten Regentropfen fallen und wir zurück müssen, der Weg ist bereits nass genug und es geht doch steil runter.

Heute brechen wir wieder auf und wollen in den Jostedalen Nationalpark um den Gletscher zu besichtigen. Es ist schon beeindruckend, die Ausläufer dieses grossen Gletschers zu sehen. Wir wandern zum Brikdalsbreen und übernachten am Boyabreen. So schön die Gletscher sind, das Wetter ist nicht gerade toll und der Nebel hängt tief. Ich habe genug von Tälern und deren steilen Bergen.

Heute steht Bergen auf dem Progamm. Wir freuen uns sehr darauf. Bergen ist wirklich sehenswert und nach den vielen eher einsamen Tagen tut etwas Rummel richtig gut. Wir geniessen die 2 Tage und übernachten auf einem Stellplatz, so dass wir alles zu Fuss machen können.

Weiter geht die Fahrt Richtung Starvanger. Stadtbesichtigung ist aber nicht angesagt, da auch das Wetter nicht mitmacht. Die Fahrt jedoch war trotzdem interessant, wir sind über grosse Brücken gefahren und durch einen Tunnel, der unter dem Meeresspiegel durch geht.

Es ist mittlerweile der 11. September und das Wetter bessert nicht wirklich. Wir fahren weiter über die Küstenstrasse Nr. 44. Leider ist es so neblig, dass wir nicht wirklich viel sehen können. Doch am Nachmittag sichten wir 2 junge Elche. Wir können sogar anhalten und die Tiere eine kurze Weile beobachten. Wir fahren ins Feriensenter Kristiansand, wo wir dann auch wieder mal Internet haben.

Das Wetter sieht heute nicht so schlecht aus und so geniessen wir den Morgen auf dem Campingplatz. Gegen Mittag fahren wir dann wieder los nach Sandefjord, und schon beginnt es wieder zu regnen. Nach einem feinen Essen am Hafen schiffen wir ein und fahren nach Strömstad in Schweden.

Es war eine stürmische und regnerische Nacht, die uns nicht so gut schlafen liess. Bei unserem morgigen Spaziergang sehen wir ein Reh. Heute wollen wir noch nach Smögen und Marstrand, zwei Orte mit Charme. Leider sind die Orte wie ausgestorben. Auch die Läden sind geschlossen. Die Saison ist eben schon vorbei und das Wetter lässt auch zu wünschen übrig, so dass sich kaum jemand blicken lässt. Der Wind bläst auch sehr heftig. Schade! Nach einem feinen Essen im Wohnmobil starten wir den Motor erneut und wollen soweit wie möglich Richtung Süden fahren. Auf der Autobahn ist es so richtig stürmisch, Andreas kommt richtig ins Schwitzen. Wir übernachten auf einer Autobahnraststätte, da wir morgens gleich weiter wollen.

Am 14. Sept. fahren wir über die Öresundbrücke nach Dänemark und dann über die Insel Sjaelland und Fyn bis nach Husum Deutschland. Auf dem Campingplatz Seehund wollen wir ein paar Tage bleiben. Es ist wunderschön hier, der Platz hat sogar einen kleinen Wellnessbereich.

Wir verbringen die Tage mit Velofahren, marschieren, shoppen, wellnessen und das Wattenmeer erleben, bevor wir am 18. September  Richtung Heimat fahren. Jetzt kommt doch langsam etwas Heimweh auf. Wir vermissen unsere Kinder und Enkelinnen. Wir haben 500 km geschafft und übernachten auf einer Autobahnraststätte in Alsfeld.

Heute wollen wir definitiv bis nach Hause. Wir kommen gut voran und so machen wir in Goldau einen Halt und besuchen unseren Sohn mit seiner Familie. Wir sind glücklich über die unfallfreie Fahrt und die vielen tollen Eindrücke. Wir werden die Reise bestimmt nicht so schnell vergessen.