2015 Mittelmeerküste

Dieses Jahr steht Spanien auf dem Programm. Wir wollen unsere Freunde Marlyse und Daniel in Denia treffen und mit ihnen die Mittelmeerküste Richtung Norden fahren. Sie beide sind bereits seit einiger Zeit in Spanien unterwegs und können bestimmt über vieles berichten. Wir sind gespannt und freuen uns auf die gemeinsame Zeit.

Heute ist Montag der erste Juni und nach einer kurzen Nacht sind wir um 3:50 Uhr startklar. Wir fahren bis nach Genf, wo wir den ersten Halt machen. Andreas versucht etwas zu schlafen und ich hole uns feine Gipfeli. Die Fahrt geht weiter und diesmal habe ich das Steuerrad übernommen. Der Verkehr hat enorm zugenommen, so dass wir zeitweise nur noch stockend vorankommen. Wir fahren bis ca. 12:30 Uhr und machen dann eine grössere Pause. Kochen, essen und dann schlafen. Die Erholung tut gut und so fahren wir nach 14:00 Uhr weiter. Bei St. Etienne verlassen wir die Autobahn fahren auf die N88. Es ist sehr abwechslungsreich und frühlingshaft schön. Der Ginster blüht und davon hat es sehr, sehr viele. In Baraqueville finden wir einen Stellplatz mit einem kleinen See, wo es uns auf Anhieb gefällt und wo wir die Nacht verbringen wollen. Wir sind heute sage uns schreibe 819 km gefahren, die Ruhe haben wir verdient.

Wir haben gut geschlafen und gemütlich gefrühstückt, so dass wir fit sind um weiter zu fahren. In Albi fahren wir auf die Autobahn bis nach Villeneuve le Roi. dort gönnen wir uns ein Mittagessen und freuen uns auf die Weiterfahrt über die Pyrenäen. Uns gefällts und interessanterweise ist es in Spanien viel wärmer. Eigentlich wollten wir bis nach Lleida, doch der Stellplatz hat uns nicht entsprochen und so fahren wir weiter. Wir fühlen uns noch beide fit und so haben wir entschieden direkt ans Meer zu fahren. Wir fahren auf der N240 bis nach Tarragona auf den Campingplatz Torre de Mar. Die Fahrt ist sehr kurzweilig, wir sehen viele Getreidefelder und es hat nur wenig Verkehr. Unser Kilometerzähler hat wieder 602 km mehr. Es ist bereits abends und ich koche uns noch feine Spaghetti und später machen wir noch einen Spaziergang, bevor wir um 22:30 Uhr müde und glücklich ins Bett fallen.

Da wir die letzten 2 Tage mit Fahren verbracht haben, heisst es heute: “ Ruhetag“.
Wir verbringen die Zeit mit Baden, Lesen, Tagebuch schreiben, Fischen, Kochen und etwas Spazieren.

Heute ist der 4. Juni und wir wollen bis nach Oliva auf den Campingplatz Rio Mar. Dort wollen wir auch Marlyse und Dänu treffen, die vom Süden her kommen. Es sind 379 km und dies sollte locker zu schaffen sein. Um 9:30 Uhr fahren wir los und erreichen den Platz bereits um 14:00 Uhr. die Plätze sind eher klein aber sonst gefällt es uns, vor allem der Strand ist wunderschön. Wir reservieren auch gleich noch den Platz für Marlyse und Dänu. Nun heisst es baden gehen. Das Wasser ist angenehm warm. Um 17:00 Uhr kommen dann auch Marlyse und Dänu. Die Wiedersehensfreude ist gross. Marlyse und ich werden von den Männern bekocht und da es soviel zu erzählen gibt, gehen wir auch erst kurz vor Mitternacht ins Bett.

Weiter reisen ist heute kein Thema, es ist zu schön hier. Nach dem Frühstück werden unsere Velos gesattelt und wir fahren zu viert nach Oliva zum Markt. Während die Männer Früchte und Gemüse kaufen, schlendern Marlyse und ich durch die Kleiderständer und werden sogar fündig. Die Rückfahrt ist etwas anstrengender, da es windig ist. Wieder zurück geniessen wir das Nichtstun, das Baden und das Drachenfliegen. Später während des Kochens, es ist gerade mal 18:00 Uhr, sprechen Dänu und ich über dies und jenes, was unsere Nachbarn aus der Fassung bringt. Wir werden regelrecht angepöbelt, anscheinend sind wir zu laut, für uns wiederum nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich einfach eine unzufriedene Person.

Ich stehe etwas früher auf, als die anderen und mache einen Strandspaziergang. Mit dieser Idee war ich auch nicht allein, es hat bereits erstaunlich viele Leute am Strand und es ist erst kurz vor 8:00 Uhr. Auch heute geniessen wir den Tag auf dem Campingplatz und am Strand und abends fahren wir mit dem Bus nach Denia. Wir flanieren durch die Stadt und sehen uns dies und jenes an, bevor wir dann essen gehen. Heute wollen wir uns eine Paella gönnen. Spät abends kehren wir zurück und gönnen uns noch einen kleinen Absacker und was hören wir? Unsere Nachbarn haben Besuch und sind überhaupt nicht leise….

Nochmals wollen wir einen Strandtag geniessen und uns erholen, damit wir fit sind für die Weiterreise. Es ist einfach schön hier und wir geniessen den Tag ausgiebig, bevor wir uns abends im Campingrestaurant ein feines z’Nacht gönnen.

Heute geht es weiter. Es ist der 8. Juni und wir stehen früher auf als gewöhnlich, damit wir um 9:30 Uhr zu viert starten können. Erstes Ziel Denia, dort ist heute Markttag. Wir schlendern durch die Stände und siehe da, wir begegnen Bekannten aus unserem Dorf zu Hause.  Wie klein doch die Welt ist. Die Fahrt geht nun weiter ins Ebro Delta. Wir nehmen dieselbe Autobahn wie auf der Hinfahrt. In Amposta füllen wir unsere Kühlschränke auf und ca. um 19:00 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz Euclyptus an. Er wird seinem Namen gerecht, es hat wirklich viele Eucalyptusbäume. Nach einem z’Nacht machen wir einen Spaziergang ans Meer. Der Strand ist ca. 40 m breit und teilweise so verhärtet, dass Autos darauf fahren, beeindruckend. Ein Strand zum Sonnenbaden ist er eher nicht.

Es ist noch sehr früh und wir werden von einem lauten Motorengeräusch geweckt. Auf dem Campingplatz wird etwas gegen die Mücken gespritzt. Heute wollen Andreas und ich mit dem Velo das Ebro Delta erkunden. Wir sehen viele Reisfelder und Vögel verschiedenster Art. Die Fahrt ist ziemlich anstrengend, da wir starken Gegenwind haben. Nach 42 km sind wir zurück und freuen uns auf eine Erfrischung im Meer.

Am 10. Juni steht Tarragona auf dem Programm. Nachdem wir gepackt und noch Reis vom Ebro Delta eingekauft haben, fahren wir wieder los. Wir finden einen tollen Parkplatz und gehen dann zu Fuss in die Stadt. Tarragona hat einiges zu bieten. Das antike Tarragona aus der Römerzeit, ein Amphitheater, eine Cathedrale, die Sicht vom Balco del Mediterrani und auch der Hafen ist sehenswert. Wir nehmen viele Eindrücke mit und nachdem wir mit einem Zug noch eine Stadtrundfahrt gemacht haben, laufen wir zurück zu unseren Wohnmobilen. Barcelona ist nicht mehr weit. Obwohl es bereits 18:00 Uhr ist fahren wir noch bis nach Gava auf den Camping Très Estrellas. Ein schöner Platz direkt am Meer und für uns wichtig, mit Busanschluss nach Barcelona. Noch Kochen Essen und Abwaschen und schon ist es wieder spät und wir gehen zufrieden schlafen.

Wir freuen uns alle auf Barcelona, gehen aber getrennte Wege. Andreas und ich gehen früher auf den Bus, unsere Freunde etwas später. Die Busfahrt dauert doch ziemlich lange, bis wir dann bei der Universität aussteigen. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg zur Sagrada de la Famiglia, die uns sehr beeindruckt. Wir schauen sie uns von allen Seiten an und können uns kaum satt sehen. Leider steht man da bereits Schlange, wenn man das Werk auch von innen besichtigen will, also lassen wir das sein. Um möglichst viel von Barcelona zu sehen, nehmen wir den Touristen Bus, der uns ein- und aussteigen lässt, wo wir gerade wollen. Wir besichtigen Parc Güell, den Hafen und die Kirche Santa Maria de Mar. Da die Zeit bereits fortgeschritten ist, gehen wir zur Bushaltestelle und fahren zurück zum Campingplatz. Zwischenzeitlich fallen auch ein paar Regentropfen, doch wir schaffen es vor dem grossen Regen zurück zu sein. Später gehen wir noch zum Strand, denn durch das Unwetter schlagen die Wellen beachtliche Höhen. Dann verkriechen wir uns im Womo, draussen ist es unangenehm und es regnet.

Da durch das Unwetter von gestern der Wind gedreht hat, hört man den Lärm vom naheliegenden Flughafen. Auch heute steht nochmals Barcelona auf dem Programm. Als erstes wollen wir uns das Aquarium ansehen. Leider habe ich wieder einmal Schmerzen und darum müssen wir den Stadtaufenthalt früher abbrechen als geplant. Durch Liegen erhole ich mich zum Glück schnell wieder und so gehe ich noch ein paar Ansichtskarten kaufen und schreibe sie auch gleich. Trotz stahlblauem Himmel ist der Wind relativ kühl.

Wieder einmal geht es heute weiter. Wir wollen der Costa Brava entlang fahren. Es ist so schön, dass wir mehrmals anhalten müssen, um die Aussicht zu geniessen. An der Platja d’Aro finden wir den schönen Campingplatz Cala Gogo in Calonge. Er bietet uns alles was wir brauchen und er hat einen wunderschönen Kiesstrand. Wie so oft verbringen wir einen lustigen Abend zusammen und gehen erst kurz vor Mitternacht schlafen.

Sich dem Tag hingeben ist unser heutiges Motto. Abends gehen wir noch im Campingrestaurant essen.

Bevor wir morgen nach Frankreich fahren, geniessen wir nochmals den Tag auf dem Campingplatz und in Spanien.

Nach dem Frühstück und gemütlichem Zusammenpacken fahren wir ca. um 10:00 Uhr los. Ziel: Cap d’Agde. Es ist wieder einmal ein windiger Tag. Angekommen werden wir gerade mal sehr enttäuscht. Hier sind alle Campingplätze voll belegt. So heisst es noch weiter fahren. In Marseillon Plage finden wir einen Stellplatz, den wir sehr gerne nutzen. Wir machen einen Spaziergang durch den Ort und an den Strand. Es ist bewölkt und später beginnt es auch zu regnen. Abends gönnen wir uns ein einem nahegelegenen Restaurant eine feine Pizza. Es ist der letzte Abend zu viert. Morgen trennen sich unsere Wege.

Die Nacht war windig und draussen ist es ziemlich kühl, dafür aber schönes Wetter. Heute sind wir früh dran und so verabschieden wir uns bereits morgens um 8:00 Uhr von Marlyse und Dänu und fahren los Richtung Orange, Mont Ventoux, Sisteron. Nach Orange ist die Fahrt sehr interessant und abwechslungsreich. Andreas will unbedingt auf den Mont Ventoux fahren.  Ein bekannter Berg für Velofahrer und von diesen hat es unglaublich viele, es findet gerade ein Rennen statt. Oben angekommen geniessen wir die Aussicht und ich koche uns etwas. Noch ein kleiner Spaziergang und die Fahrt geht weiter. Nach einigen Kilometern sichten wir die ersten Lavendelfelder, ich bin überwältigt. Das habe ich mir schon lange gewünscht. Auf einem Bauernhof kaufen wir noch ein paar Lavendelprodukte und fahren dann weiter nach Sisteron. Auf dem Stellplatz Aire Municipale werden wir die Nacht verbringen. Wir machen noch einen Spaziergang durch den Ort und da wir erst vor einem Jahr hier waren, kenn wir doch das Meiste.

Auch heute ist wieder windig. Wir verlassen den Platz schon früh und unsere Fahrt soll uns heute in die Schweiz bringen und zwar nach Le Landeron, dort wollen wir noch 2 Tage bleiben. Die Fahrt über den Col de Croix-Haute ist wie letztes Jahr sehr abwechslungsreich. Glücklich und ohne Zwischenfälle kommen wir in Le Landeron an. Der Regen der zwischenzeitlich fällt, stört uns nicht. Wir schauen uns drum im Womo einen Film an.

Wiederum windet es sehr heftig, darum bleiben wir noch liegen. Später als dann auch noch die Sonne zum Vorschein kommt, frühstücken wir wieder draussen. Heute fahren wir mit den Velos einkaufen, wir brauchen einiges für unser Womo und auch der Kühlschrank gibt nichts mehr her. Den Nachmittag verbringe ich mit Lesen und später beginne ich mit dem Womo Putz, denn morgen fahren wir nach Lotzwil um Camping Freunde zu besuchen. Andreas und Kurt haben einiges am Wohnwagen zu schaffen, Irène kocht für uns und ich darf einfach das Dasein geniessen. Doch auch diese Ferien gehen einmal zu Ende und so fahren wir abends noch heim. Drei entspannte Wochen sind vorbei. Sie sind geprägt von Natur, Kultur und viel Badegenuss. Erholt und glücklich geniessen wir auch wieder unser Zuhause.